Geschichte der Arbeitsgemeinschaft der Holzmindener Schützenvereine von 1957

 

Die offizielle Gründung der Arbeitsgemeinschaft war am 15. Februar 1957 in der Gastwirtschaft
„Zu den Drei Kronen“ in der Niederen Straße.
Seit 1668 wurden in Holzminden die Schützenfeste von der Bürgerschützengesellschaft verantwortlich veranstaltet. Das konnte auch nicht anders sein, denn bis 1888 gab es in Holzminden auch noch keinen anderen Schützenverein und es gab auch später gar keinen Grund, diesen Modus zu ändern. Doch nach dem Schützenfest 1955 erfuhren die Schützen daß die Bürgerschützengesellschaft, die finanzielle Verantwortung für das Schützenfest nicht mehr tragen konnte.
Diese Meldung rief einige Schützenbrüder auf den Plan. Zuerst traf man sich zwanglos und beauftragte dann Günter Conrads als Kreisvorsitzenden mit den anderen Schützenvereinen Kontakt aufzunehmen. Von allen Vereinen wurde für ein gemeinsames Schützenfest in der alten Form volle Zustimmung signalisiert. Dieses war die Geburtsstunde der Arbeitsgemeinschaft. Die Gründer, es waren Günter Conrads, Karl Henze, Erich Eigener, Fritz Wächter, Willi Werner und Günter Kretzer, arbeiteten eine vorläufige Geschäftsordnung aus und holten Kostenanschläge für das geplante Fest ein. Am 15.2.1957 war dann die konstituierende Sitzung. Als Vorsitzender wurde Franz Giesecke gewählt. Man hatte vorgesehen, dass der Vorsitzende alle zwei Jahre unter den Vereinsvorsitzenden gewechselt werden sollte, während der arbeitende Vorstand mindestens 5-6 Jahre im Amt bleiben sollte. Zweiter Vorsitzender wurde Erich Eigener, Kassierer wurde Willi Werner, Schriftführer Karl Henze, Pressewart und 2. Schriftführer Günter Kretzer und 2. Kassierer Karl Severin.
Das Schützenfest 1957 wurde ein voller Erfolg, und die Schützenbrüder konnten ihre vorher gezahlten Einlagen zum größten Teil zurück bekommen.

Die Arbeitsgemeinschaft selbst konnte auch eine Rücklage für künftige Feste verbuchen. Franz Giesecke gab das Amt an Heinrich Bohnert sen. ab. Er wurde für die geleistete Arbeit zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nun begann die Aufbauarbeit. Es sollte nicht nur das Schützenfest durchgeführt, sondern in dem Jahr, wenn kein Schützenfest ist, wollte die Arbeitsgemeinschaft in der Stadthalle einen Winterball veranstalten. Es war ein durchschlagender Erfolg zu verzeichnen. Aus diesem Grund wurde auch die Amtszeit des 1. Vorsitzenden verlängert. Der 2. Vorsitzende Erich Eigener verstarb leider viel zu früh. Sein Nachfolger wurde Otto Künnecke. Die Satzung wurde 1972 dahingehend geändert, daß der jeweilige Schützengeneral das Amt des 2. Vorsitzenden bekleidet. Die Schützenfeste und auch die Winterbälle wurden in allen anstehenden Jahren gefeiert und immer war die Planung und Durchführung erfolgreich. Trotzdem musste immer noch Geld in die Rücklage fließen, denn die Unkosten, und somit das Risiko wurde immer größer. Der geschäftsführende Vorstand schlug der Delegierten-Versammlung immer wieder vor, daß die Arbeitsgemeinschaft nun auch als Verein beim Amtsgericht eingetragen werden müsste. Der Aufmarsch bei den Schützenfesten verlangte eine mehrköpfige Aufmarschleitung. Karl Henze war der erste Aufmarschleiter der Arbeitsgemeinschaft.

Am Freitag wurde in einer Gedenkstunde auf dem alten Friedhof am Ehrenmal für die Verstorbenen und Gefallenen Bürger und Schützen mit einem pastoralen Gottesdienst gedacht.
Seit einigen Jahren findet der Marsch vom Marktplatz zum Ehrenmal mit dem Gedenkgottesdienst am Sonnabend Nachmittag statt und ist der offizielle Festakt mit dem das Schützenfest beginnt.
Anschließend geht es mit Musik zum Festplatz, wo die Proklamation der neuen Schützenkönige stattfindet.

Um auch zeitgemäß zu sein, beschloss der Vorstand, daß in Zukunft neben dem Stadtkönig und Junggesellenkönig künftig auch eine Damenkönigin, ein Bürgerkönig und die Jugendkönige ausgeschossen werden.
Durch das erweiterte Königsschießen mit dem Pokal und Preisschießen zum Holzmindener Schützenfest wurden auch hier zur Aufsicht und Auswertung mehrere Schießsportleiter gebraucht die im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft mit eingebunden wurden.

Der am Montag nach dem Katerfrühstück übliche Schützenausmarsch wurde ersatzlos gestrichen, dafür wurde ein Kinderumzug veranstaltet. Auch hier wurden Schützenbrüder abgestellt, die den Zug begleiteten. Viele Jahre hat Hugo Reichenbach mit dem Holzmindener Sport Schützen Verein, die Jugendlichen nach dem Umzug noch mit Spielen und Wettkämpfen vorbildlich betreut. Leider fand sich für Ihn kein Nachfolger.

Im Jahre 1968 war dann anlässlich des Schützenfestes die 300-Jahr-Feier der Holzmindener Schützen. Wieder arbeitsreiche Wochen für den Vorstand, der von einigen Schützenbrüdern der Bürgerschützengesellschaft verstärkt worden war. Auch dieses große Fest war sehr erfolgreich. Wilhelm Timmermann hatte sein Amt als General an Otto Künnecke abgegeben. Das war für die Vorstandsarbeit eine gute Unterstützung. Karl Henze musste aus gesundheitlichen Gründen seinen Einsatz als Aufmarschleiter an Hermann Großkopf abgeben.

Die Feste verliefen immer erfolgreich. Aber die Vorarbeit war zeitraubend und Heinrich Bohnert sen. besprach mit seinen engsten Mitarbeitern aus Altersgründen seinen Rücktritt. Eine schwerwiegende Entscheidung. Der Vorstand erstellte eine neue Satzung.
Im Jahre 1983 wurde der Vorstand neu gewählt. 1. Vorsitzender wurde Friedrich Voß, 2. Vorsitzender blieb laut Satzung Otto Künnecke, Schriftführer wurde Heinrich Bohnert jun. und Schatzmeister Horst Dienemer.
Die alten Vorstandsmitglieder wurden geehrt und zu Ehrenmitgliedern bzw. Heinrich Bohnert sen. auf Grund seiner 22-jährigen Tätigkeit als 1. Vorsitzender, zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Da der 1. Vorsitzende Friedrich Voß von einer schweren Krankheit betroffen wurde und sein Amt nicht mehr ausführen konnte wählte die Versammlung im Jahre 1990 Heinrich Bohnert jun. zum 1. Vorsitzenden. Sein bisheriges Amt als Schriftführer übernahm Dr. Bernd Schröter.

Nach über 40 Jahren im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft legte Otto Künnecke im Jahr 2006 als Schützengeneral und 2. Vorsitzender aus gesundheitlichen Gründen seine Ämter nieder. Für seine großen Verdienste um das Holzmindener Schützenwesen wurde er von der Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Holzmindener Schützenvereine zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Im Jahr April 2007 beschloss die Arbeitsgemeinschaft das am Bürgerkönigsschießen nur noch Bürger und Bürgerinnen der Stadt Holzminden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und keinem Verein im Deutschen Schützenbund e.V. angehören, teilnehmen dürfen. Bereits zum Schützenfest im August 2007 kamen mehr Bürger und Bürgerinnen der Stadt Holzminden in das Schützenhaus, um am Bürgerkönigsschießen teilzunehmen, als je zuvor.

Quelle: Bernd Meyer - Bürgerschützengesellschaft von 1668 e.V. & http://www.holzmindener-schuetzen.de/historie

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